Mittwoch, 24. Oktober 2012

Das makabre Spiel mit Todesstatistiken
Frei erfundene Leichenberge treiben Menschen zur Grippeschutz-Impfung

Symbolbild: Andreas Morlok | pixelio.de
Kaum ein Tag vergeht zurzeit ohne Meldungen über die angebliche Todesgefahr durch eine angebliche Grippewelle, die uns wieder einmal in geradezu epidemischen Ausmaßen überrollen soll in den nächsten Wochen und Monaten. Der Zweck der geschickt von der Pharma-Lobby in Politik, in der Ärzteschaft und bei wissenschaftlichen Instituten ist klar: Wenn nicht jetzt den ganz großen Deal mit Grippeimpfschutz-Mitteln machen - wann dann? Und das wirksamste Marketinginstrument beim Verhökern der in diesem Ausmaß gar nicht benötigten Impfmittel, die zum Teil alles andere als sicher sind, ist seit jeher die Angst. Todesangst, genauer gesagt. Selbst staatliche Institute wie das Robert-Koch-Institut verbreiten skrupel- und schamlos Horror-Zahlen von angeblichen Todesopfern durch Grippe, die einer Prüfung nach seriösen Maßstäben nicht standhalten. 

   Impf-Effektivität lediglich zwischen 35 und 70 Prozent   

Außerdem ist längst bekannt, dass die angebotenen Grippeschutz-Impfungen nicht einmal sonderlich wirksam sind: Die Angaben der Effizienz schwanken zwischen 35 und etwa 70 Prozent. Von einem wirksamen Schutz vor der Erkrankung kann also keine Rede sein.

Beim Schätzen und Hochrechnen der angeblichen Grippe-Gefahr sind die Pharma-Lobbyisten nicht zimperlich. Da wird nicht gekleckert, sondern - wenn schon, denn schon - geklotzt: Im Winter 2002/2003 gab es nach Angaben des Robert-Koch-Instituts in Deutschland fünf Millionen Infizierte und 16.000 bis 20.000 Todesfälle, die angeblich auf eine Influenza, also einen Virenbefall zurückzuführen sind. Diese Zahlen sind an den Haaren herbeigezogen.

   Viren und Bakterien verwechselt?   

In den meisten Fällen starben diese angeblichen Grippeopfer nämlich keineswegs an einem Influenza-Virus, sondern an einer bakteriellen Superinfektion. Dass gestandene Wissenschaftler des staatlichen Robert-Koch-Instituts Bakterien mit Viren verwechseln, sollte fairerweise nicht unterstellt werden. Vielmehr deutet einiges darauf hin, dass hier wieder einmal im Dienst der Pharmaindustrie Todesopfer in die Statistik gezaubert werden mussten, und zwar in Massen, um dann die verängstigten Menschen zur Impfung zu treiben - auch wenn sie keiner Risikogruppe angehören, für die eine Impfung durchaus empfehlenswert ist.

Überhaupt beruhen die vollmundig vom Robert-Koch-Institut erfundenen und behaupteten Zahlen bezüglich des Erregers auf reinen Schätzungen, da nur bei wenigen tausend Erkrankten und nach Todesfällen nur in sehr wenigen Einzelfällen ein direkter Virusnachweis veranlasst wird. Eine andere Quelle, die offensichtlich (noch) nicht in der Nähe der Pharma-Lobby angesiedelt ist, kommt denn auch zu ganz anderen Ergebnissen: In der amtlichen deutschen Todesursachenstatistik des Statistischen Bundesamtes Wiesbaden sind zum Beispiel für die Jahre 1998 bis 2007 jeweils nur zwischen 6 und 68 nachgewiesene Todesfälle durch Influenza-Viren verzeichnet.

Der britische Forscher Tom Jefferson hält die Zahl der Grippetoten für systematisch überschätzt, da durch die Methoden der Studien auch alle anderen tödlich verlaufenen grippalen Infekte dem Influenzavirus zugerechnet werden."

   Maximale Todesfälle: 630   

Todesfälle werden in den meisten Ländern von den statistischen Institutionen entsprechend der internationalen Statistik-Klassifikation für Krankheiten erfasst, welche derzeit in der Fassung ICD-10 vorliegt. Bei der Grippe wird unterschieden zwischen nachgewiesenen Fällen (Code J10), welche im Allgemeinen durch virologische Untersuchungen im Labor ermittelt werden und den nicht nachgewiesenen Fällen (Code J11), welche im Allgemeinen aus der Diagnose des Arztes resultieren. Im Klartext: Bei Code J11 liegt lediglich die vage ärztliche Vermutung, aber kein nachweisbarer Beweis vor. Das Statistische Bundesamt in Deutschland ermittelte für die Zeit zwischen 1998 und 2007 jährlich zwischen 3 und 34 nachgewiesene Todesfälle, die durch die virale Influenza verursacht wurden (J10). 

Die Zahl der nicht nachgewiesener Fälle (J11) lag durchaus höher - aber keineswegs im vom Robert-Koch-Institut behaupteten Ausmaß: auch bei dieser Zählweise kamen die "Erbsenzähler" des Statistischen Bundesamtes nicht auf die Grippe-Leichenberge des Horror-Szenarios der Pharma-Lobby: Nimmt man die möglichen, aber nicht nachgewiesenen Todesfälle durch Grippe mit in die Rechnung, sind es immer noch lediglich zwischen 63 bis 330 Menschen, die - einigermaßen seriös berechnet - jährlich an der Grippe sterben - aber mehr eben nicht.

   Angstkäufe mit Millionenverlusten für den Steuerzahler   

Eine fragwürdige Rolle spielte das Robert-Koch-Institut übrigens auch beim Schweinegrippe-Skandal 2009. Damals hatten Panik-Vorhersagen unter anderem des Robert-Koch-Instituts dafür gesorgt, dass die deutschen Bundesländer sich gigantische Überkapazitäten an Grippeimpfschutzmitteln von der Industrie andrehen ließen. Auch nachdem längst feststand, dass die frei erfundene Pandemie nicht stattgefunden hatte, blieb das RKI bei seinen Falschaussagen. Den nicht benötigten Impfstoff mussten die Gesundheitsbehörden dann mit Millionenverlusten als gefährlichen Sondermüll verbrennen lassen, nachdem der zynische Versuch einiger Bundesländer, den teilweise nicht einmal ausgetesteten Impfstoff an osteuropäische Staaten zu verkaufen, gescheitert war. 

jos

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