Dienstag, 23. Oktober 2012

Nicht alle Grippeschutz-Impfstoffe sind unbedenklich
Gesundheitsministerin Özkan als Pharma-Model "Nur ein Pieks"

Foto Özkan: AxelHH|Wikipedia
Alle Jahre wieder das gleiche Ritual - passenderweise kurz vor Weihnachten: Promis streifen Blusen-, Hemd- oder Pulliärmel hoch und Lächeln mehr oder weniger routiniert strahlend wie ein Honigkuchenpferd hoch und zeigen tapfer Oberarm, während ihnen eine Arzthelferin eine Injektionsnadel in den Muskel rammt: Es ist wieder mal Grippeschutz-Zeit. Und die bedeutet für die Pharmaindustrie ähnliches wie das parallel startende Weihnachtsgeschäft für Spielwaren-, Duftwasserchen- und Buchproduzenten: Umsatz, Unsatz, Umsatz. Heute machte Niedersachsens Gesundheitsministerin Aygül Özkan das Model für Novartis und Co. Ihre Botschaft: Grippeimpfen ist einfach hip - und überhaupt: "Nur ein Pieks". Aber auch in diesem Jahr gibt es wieder Warnungen vor einzelnen Impfstoffen.

Die Imagekampagnen der Pharmaindustrie und ihrer Lobbyisten in der Politik haben Tradition: 2009 landeten die Pharmaskandale einen ganz großen Coup: sie erfanden eine angeblich drohende Schweinegrippe-Pandemie und brachten mit der geschickt geschürten Panik alle deutschen Bundesländer dazu, Riesenvorräte an teurem Grippeimpfstoff anzukaufen. Die Impfstoffe waren mit Adjuvantien angereichert, die nie getestet worden waren und, weil riskant - eigentlich gar nicht auf den Markt kommen dürfen.

Natürlich fand die frei erfundene Pandemie nie statt. Die Folge: Millionen Impfdosen mussten mit Riesenverlusten für die öffentlichen Kassen vernichtet werden.

Einer der wenigen seriösen Warner vor dem unseriösen und möglicherweise gefährlichen Deal von 2009 , der Berliner Arzt und Apotheker Wolfgang Becker-Brüser, weist auch in diesem Jahr wieder auf mögliche Gefahren hin, die die an sich sinnvolle Impfung gegen die Influenza mit sich bringt. Genauer gesagt: Es geht um das das Grippeschutz-Mittel "Optaflu".

Der Herausgeber des unabhängigen Informationsdienstes "arznei-telegramm", Wolfgang Becker-Brüser warnt davor, dass dieserbStoff Stoff des Pharma-Unternehmens Novartis nicht hinreichend getestet sei und möglicherweise krebserregend sind: “Darin sind Gen-Bruchstücke enthalten, die noch Krebs-Informationen enthalten können”, wird Becker-Brüser zitiert. Der Grund dafür liege in der Herstellung. Der Wirkstoff wird in speziellen Tumor-Zellen von Hunden gezüchtet. In den USA ist “Optaflu” verboten, in der EU hat das Mittel die Hürde der Zulassung aber genommen. Die Zulassungsbehörde in Deutschland, das Paul-Ehrlich-Institut, dementierte eine mögliche Gefahr und gab an, dass “Optiflu” in 100.000 Fälle ohne Komplikationen eingesetzt worden sei. Das staatliche Paul-Ehrlich-Institut gilt als Industrie-Äffin.

Becker-Brüser kritisiert hingegen, dass in einer Studie nur 4.000 Personen untersucht worden seien – und dies bereits ein halbes Jahr nach der Impfung. “Will man eine mögliche Krebsgefahr ausschließen, muss man die Versuchspersonen viel länger beobachten”, sagt der Experte. Novartis behauptete in einer Stellungnahme, die Risiko-Zellen seien im Endprodukt entfernt worden.

jos

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