Mittwoch, 24. Oktober 2012

Novartis-Grippeimpfstoffe vorläufig gestoppt - Verdacht der Nebenwirkungen
Italien und Schweiz stoppen Auslieferung und warnen
Deutsche Behörden wollen den Impfstoff Fluad prüfen

Mehrere Grippeimpfstoffe des Schweizer Pharmakonzerns Novartis dürfen in Italien nicht mehr verwendet werden. Auch in der Schweiz haben die Behörden zwei Novartis-Impfstoffe vorläufig gesperrt. Ursache für die drastischen Vorsichtsmaßnahmen sind mögliche Nebenwirkungen der Novartis-Produkte Agrippal, Fluad und Influpozzi. Der Impfstoff Fluad ist auch in Deutschland zugelassen.
Wie das Nachrichtenmagazin SPIEGEL ONLINE heute Abend berichtete hat das für Impfstoffe in Deutschland zuständige Paul-Ehrlich-Institut (PEI) auf Anfrage zugesagt, dass es die Sicherheit des Novartis-Impfstoff überprüfe.

   Weiße Partikel in den Impfstoff-Spritzen   

Aufgefallen waren weiße Partikel in den Impfstoffen. Das italienische Gesundheitsministerium hat nach Berichten mehrer Nachrichtenagenturen und von SPIEGEL ONLINE den Verkauf der Grippeimpfstoffe Agrippal, Fluad und Influpozzi des Pharmakonzerns Novartis mit sofortiger Wirkung gestoppt. Das Ministerium riet der Bevölkerung , sich wegen möglicher Nebenwirkungen nicht mehr mit den Impfstoffen Agrippal, Fluad und Influpozzi impfen zu lassen.

Die italienische Kontrollbehörde (AIFA) will in weiteren Untersuchungen klären, welche Nebenwirkungen mit den Impfstoffen verbunden sein könnten. Der Baseler Konzern Novartis teilte seinerseits mit, er habe den Behörden Informationen über die Impfstoffe zur Verfügung gestellt. Um welche Informationen es sich dabei handelte, wurde bisher nicht bekannt.

   Nur "Verklumpungen"?   

Mittlerweile ließ auch die Schweizer Medikamentenaufsicht Swissmedic die Auslieferung von Agrippal und Fluad vorsorglich gestoppt. Es handle sich um eine reine Vorsichtsmaßnahme, betonte Swissmedic. Bei den weißen Partikeln in den Spritzen mit den Impfstoffen könne es sich auch um Verklumpungen von normalen Bestandteilen des Impfstoffs handeln, so die Behörde.

In Deutschland ist nur einer der drei Impfstoffe - Fluad - zugelassen. Das für Impfstoffe in Deutschland zuständige Paul-Ehrlich-Institut (PEI) sagte auf Anfrage von SPIEGEL ONLINE, dass es die Sicherheit überprüfe. Nach Bekanntwerden der Vorsichtsmaßnahmen in Italien würden die genauen Hintergründe recherchiert, vor allem, um welche Art von Veränderungen innerhalb des Impfstoffs es sich handele. Am Donnerstag will das PEI offiziell Stellung nehmen.

jos

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