Dienstag, 29. Januar 2013

Pharmakonzern bezahlt Ärzte-Studium
Stipendien sichern Wettbewerbsvorteile

Mitten in die Diskussion über mögliche Bestechung im medizinischen Bereich "platzt" eine Medung des Pharmakonzerns Stada: Die Mitbewerber auf dem heiß umkämpften Generikamarkt teilen stolz mit, dass sie ab sofort fünf Studentinnen und Studenten der Universitätsmedizin in Berlin mit Stipendien unterstützen. Mit im Stipendienboot ist die Bundesregierung.: Sie verdoppelt den Betrag, den das Pharmaunternehmen den künftigen Ärzten zählt.

Das Sponsoring des Pharmakonzerns Stada Arzneimittel AG Ostsee Einstieg in eine neue Partnerschaft mit der Berliner Charité. Wie das Unternehmen mitteilt, unterstützt es damit im Rahmen der Deutschlandstipendien "zukünftige Spitzenkräfte der Medizin, die sich bereits heute durch überragende fachliche Leistungen und freiwilliges Engagement außerhalb des Studiums auszeichnen".

In ihrem Berufsleben werden die Stipendiaten dann immer wiedergibt der Entscheidung konfrontiert sein, ob sie Produkten wie "Paracetamol Stada" oder das Parkinsonmedikament Apo-Go, die Stada-Blockbuster Grippostad-C oder Mobilat oder Medikamenten der Stada-Konkurrenz den Umsatzsteigerungen Vorzug geben.

Die Deutschlandstipendien wurden 2011 vom Bund für staatliche und staatlich anerkannte Hochschulen eingeführt. Dabei erhalten überdurchschnittlich erfolgreiche Studierende einen monatlichen Beitrag von Privatunternehmen, der vom Bund jeweils verdoppelt wird.

jos


chronischLEBEN-Kommentar:
Korruption beginnt nicht erst in der Arzt-Praxis

Stipendien tun der Ausbildung gut. Sie kommen hochbegabten Studentinnen und Studenten zugute, die sich die akademische Ausbildung sonst nicht leisten könnten. Eine saubere Sache.

Das ist die eine Seite der ehrenwerten Medaille. Aber es gibt auch eine andere, weniger glänzende Seite dieser Förderung: Wenn wie im Fall Stada rein wirtschaftliche Interessen von Pharmakonzernen ganz offensichtlich mit dem Stipendium aufs Engste verknüpft sind, dann hat das ein "Gschmäckle" nach Korruption auf lange Sicht.

Wer sich das Studium von Pharmakonzernen bezahlen lässt, ist als Arzt nicht mehr wirklich frei in seinen Entscheidungen. Dass die Bundesregierung sich zur Hälfte ab dem anrüchigen Deal beteiligt, ist skandalös - aber leider immer noch Alltag im Geschäftmit der Gesundheit.

Norbert Jos Maas


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