Mittwoch, 30. Januar 2013

Wenn es piepst und blinkt im OP-Saal
Anästhesist abgelenkt - Patient tot?
Studie fordert mehr Ruhe bei Operationen

Konzentriertes Arbeiten: Bei Operationen ein absolutes Muss
Das Handy am Ohr des (bewegten) Auto- oder Radfahrers ist aus gutem Grund verboten und wird mit Bußgeldern zwischen 40 und 25 EURO geahndet. Die Plauderei am Telefon während der Fahr lenkt ab, und das kann lebensgefährlich sein. Weniger beachtet - und von keinem Bußgeld bedroht - sind immer noch Ablenkungen in den Operationssälen der Kliniken. Aber auch und gerade eine mangelnde Konzentration auf die "Reparatur" menschlicher Körper" kann Leben kosten.

Wer nun denkt, die konzentrierte Stille im OP werde allenfalls durch das Klappern des Operationsbestecks und die notwendigen Anweisungen des Operateurs unterbrochen, der irrt - oder schaut zu viele TV- Serien rund um das klinische Geschehen.

Eine US-amerikanische Studie lässt aufhorchen - und ist alles andere als vertrauensbildend und beruhigend: die Wissenschaftler fanden heraus, dass der durchschnittliche Lärmpegel in einem OP-Saal bei 77 Dezibel liegt. Ein ruhiges Arbeiten zum Beispiel der Anästhesisten, die für eine Versorgung der narkotisierten Patienten mit Sauerstogff sorgen, ist unter solchen Umständen kaum möglich - vor allem, wenn es rund um Papst und blinkt. Diese Störfaktoren beeinträchtigen - so die Studie - unter Umständen de lebenswichtige Reaktionsfähigkeit vor allem der Anästhesisten im OP.

Die Wissenschaftleruntersuchten unter Laborbedigungen diemöglichen Auswirkungen von akustischen und optischen Störfaktoren im OP. Unter Störgeräuschen verschiedener Intensität und während sie visuelle Konzentrationsaufgaben absolvierten, mussten 33 Anästhesisten gleichzeitig auf Frequenzänderungen an einem Monitor achten, die das Absinken der Sauerstoffsättigung von 99 Prozent auf 98 Prozent bei einem Patienten akustisch signalisierten.

Das Ergebnis:Das Zuviel an visuellen Reizen verringerte die Aufmerksamkeit der Anästhesisten gegenüber den Monitortönen. Kamen Störgeräusche hinzu, konnte dies die Wahrnehmungs- und Reaktionsfähigkeit der Anästhesisten um bis zu 17 Prozent herabsetzen.

Die Folge: ein Absinken der Sauerstoffsättigung wurde später erkannt und notwendige Maßnahmen mit entsprechender Verzögerung eingeleitet.

jos

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